Dieser selbstgemachte Ball bricht das Eis im Klassenzimmer und vermittelt Mitgefühl

Der Start in ein neues Schuljahr gelingt mit einem Kennenlernspiel meist besser. So lernen sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig kennen (und Sie lernen die Schüler/-innen kennen). Vielleicht haben Sie ein solches Spiel auch schon einmal mit einem Wasserball gespielt. Doch die Version, die wir Ihnen hier vorstellen möchten, enthält außerdem die Themen Tierschutz, Mobbing und Mitgefühl. Sie können den Ball ganz leicht selbst zum „Mitgefühl-Ball“ machen und helfen damit ihrer Klasse, sich zu öffnen und eine Verbindung zu den anderen herzustellen. Der Ball ist deshalb nicht nur als Kennenlernspiel geeignet, sondern kann auch während des Schuljahres eingesetzt werden.


Alles, was Sie brauchen, ist ein mittelgroßer bis großer aufblasbarer Wasserball, ein wasserfester Stift und eine Liste von Fragen, die zum Nachdenken anregen und Mitgefühl vermitteln. Unser Tipp: Wasserbälle bekommt man günstig in 1-Euro-Läden oder bei Amazon.
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Schritt 1: Ihr Mitgefühl-Ball
Schreiben Sie mit einem wasserfesten Stift Fragen verteilt auf einen aufgeblasenen Wasserball. In unserem Fall gilt: Die Fragen sollten Ihre Schüler/-innen dazu bringen, über Mitgefühl, Mobbing und Respekt gegenüber Tieren nachzudenken.
Hier einige Beispiele:
1.    Tiere können nicht unsere Sprache sprechen. Woher wissen wir, wie sie sich fühlen?
2.    Wie können wir unserem Gegenüber durch Körpersprache vermitteln, wie es uns gerade geht?
3.    Erzähle uns von einem Moment, in dem dir klar wurde, dass Tiere Gefühle haben. Woher wusstest du es?
4.    Denke an einen Moment, in dem du zu anderen gemein warst. Was meinst du, wie sich die andere Person dabei gefühlt hat?
5.    Wenn du jedes Tier sein könntest, welches wärst du gerne und warum?
6.    Wann hast du das Gefühl, ganz du selbst sein zu können?
7.    Was würdest du tun, wenn du eine heimatlose Katze in deiner Nachbarschaft findest?
8.    Welche „Masken“ setzt du auf, wenn du in der Schule oder mit Freund/-innen unterwegs bist?
9.    Warum sollte man einer erwachsenen Person Bescheid geben, wenn man beobachtet, dass jemand einen Menschen oder ein Tier ärgert oder quält?
10.    Wie kann man einem Vogel, der aus dem Nest gefallen ist, am besten helfen?
11.    Warum mobben manche Menschen andere?
12.    Hattest du schon einmal eine enge Freundschaft mit einem Tier?


Hinweis: Diese Fragen sind für verschiedene Altersklassen geeignet. Doch denken Sie sich gerne andere Fragen aus, die zu Ihren Schüler/-innen passen.


Schritt 2: Los geht’s?
Versammeln Sie die ganze Klasse und bilden Sie einen Kreis. Zuerst sagen alle Personen nacheinander ihre Namen, falls diese noch einmal aufgefrischt werden müssen. Erklären Sie den Schüler/-innen, dass das Spiel eine Möglichkeit bieten soll, einander kennenzulernen, eine Verbindung aufzubauen und zu lernen, mit mehr Mitgefühl miteinander umzugehen.
Nun kommt der Ball ins Spiel! Sie machen den Anfang und sagen Ihren Namen, heben den Ball hoch und lesen die Frage vor, die sich unter oder am nächsten zu ihrem rechten Daumen befindet. Sie beantworten die Frage offen und ehrlich – wenn Sie hier selbst Gefühl zeigen, kann das Anreiz für die Schüler/-innen sein, ebenfalls offen zu antworten und es vermittelt einen sicheren Rahmen. 


Nun werfen Sie den Ball einer anderen Person zu. Während Sie werfen, sagen Sie den Namen der Person. (Sollten die Schüler/-innen einen Namen nicht mehr wissen, bitten Sie sie, die Aufmerksamkeit der angepeilten Person mit einem Nicken oder einem kurzen Zuruf auf sich zu ziehen.) Wer den Ball fängt, sagt ebenfalls seinen Namen, liest die Frage unter oder bei seinem rechten Daumen laut vor und beantwortet sie. Dann wird der Ball weitergeworfen zu einer Person, die der Schüler bzw. die Schülerin frei wählen darf. So geht das Spiel immer weiter. Bitten Sie die Klasse, mit jedem Wurf eine neue Person zu wählen, die noch nichts beantwortet hat – so kann jede/-r irgendwann eine Frage beantworten.
Hinweis: Wenn Sie das Spiel während des Schuljahres noch einmal einsetzen, können Sie den Namensteil natürlich weglassen.


Schritt 3: Abschluss und Reflektion
Wenn alle Schüler/-innen eine Frage beantwortet haben und das Spiel zu Ende ist, sollten Sie sich etwas Zeit nehmen und mit der Klasse über einige der Fragen und Antworten nachdenken. Sie könnten zum Beispiel noch einmal erklären, wie man sich am besten verhält, wenn man ein hilfsbedürftiges Tier sieht (sofort einer erwachsenen Person Bescheid geben, damit diese die Polizei oder den Tierschutz verständigen kann; sichergehen, dass dem Tier auch wirklich geholfen wurde). Oder was zu tun ist, wenn man an der Schule Mobbing beobachtet. Erklären Sie, dass es einen Unterschied gibt, ob man jemanden „verpetzt“, nur damit die Person Ärger bekommt, oder ob man einen Erwachsenen um Rat bittet, damit der oder die Betroffene Hilfe bekommt. Schaffen Sie ein absolut sicheres und inklusives Umfeld, um Personen, die das Spiel vielleicht besonders berührt hat, die nötige Unterstützung anzubieten. So können Sie auch noch einmal auf besonders emotionale Themen zu sprechen kommen, die während des Spiels auftauchten.
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Wir hoffen, dieses lustige Kennenlernspiel wird Ihrer Klasse dabei helfen, mehr Mitgefühl für andere zu entwickeln. Und denken Sie daran: Sie können das Spiel auch wunderbar während des Schuljahres einsetzen, um den Zusammenhalt zu stärken. Entweder denken Sie sich dafür neue Fragen aus, oder Sie nutzen die vorherigen und bringen eine neue Perspektive ins Spiel.

PETAKids dankt PETAKids USA für diese schöne Idee!